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Alter Hund..was nun?
Zunächst ist einmal klar, dass ein Hund nicht "plötzlich" alt wird...auch wenn es dem Hundehalter meist so vorkommt.
Vorausgesetzt, Hund und Halter haben das Glück, so lange Zeit zusammen zu leben.
Ich freu mich sehr wenn ich ein Mensch-Hund-Gespann im fortgeschrittenen Alter sehe. Hier, im Ort, gehen noch einige zusammen spazieren..da schleicht die Oma in gebückter Haltung voran und der Vierbeiner, in ähnlicher Haltung, hinterher.
Beiden sieht man an, sie verstehen sich blind.. jeder weiß den anderen einzuschätzen, jeder weiß was er am anderen hat.
Ich bin sicher, dass diese Menschen alles für ihren Hund tun und ich habe große Achtung vor ihnen..erlebe ich doch so oft das Gegenteil...
Sicher, ein Welpe ist süß, daran gibt es keinen Zweifel.
Allerdings ist er nur ca. 6 Monate süß, danach ist er für den Rest seines Lebens ein erwachsenes Tier, was seine Tolpatschigkeit und Wuscheligkeit vielleicht verloren hat.. und damit nicht mehr ins Kindchenschema passt.
Jetzt ist es im Ermessen des Halters, ob der Hund sein Zuhause behält oder herumgereicht wird.. im besten Fall noch ins Tierheim kommt, wo er noch eine Chance hat eine neues Zuhause zu finden, wo er vielleicht!!!!!!! Zeit seines Lebens bleiben darf!!
Vielleicht kommt der eine oder andere doch ein bisschen ins Überlegen, wenn er bemerkt, dass sein Hund doch ein bisschen älter geworden ist. Wenn er bemerkt, dass der Appetit nachlässt, der Drang die Blase zu entleeren ein bisschen öfter kommt..der Wunsch nach Streicheleinheiten und Zuwendung größer wird.. ein warmer Platz geschätzt wird..
Ja.. vielleicht haben Sie jetzt doch einen Hundesenior.. ohne es bemerkt zu haben und "plötzlich" wird es ihnen bewusst.
Jetzt wird vieles anders.. aber vielleicht auch um einiges schöner..
Denken Sie daran, dass Ihr Hund Ihnen sein Leben lang treu war.. sich nicht über das stetig gleiche Essen beschwert hat, Ihr Haus und Ihren Hof bewacht hat.. keinen Unterschied gemacht hat ob Sie arm, reich, dick oder dünn sind... er hat sie geliebt!
Jetzt sind Sie es ihm schuldig, ein würdevolles Altern zu ermöglichen.
Wenn ein Tier altert, ist das nicht viel anders als beim Menschen. Die Sinne lassen nach, der Wunsch nach Wärme und Geborgenheit wird größer.. Hundebekanntschaften werden nicht mehr quer durch den Park gejagt, man begnügt sich mit ausgiebigen Schnüffeln und ist dankbar wenn es wieder nach Hause geht.
Wenn Sie nicht wissen, was Sie für Ihr Tier tun können.. denken Sie nur einmal einen Moment lang nach was ihm gut tun könnte.. was einem alten Menschen gut tun würde.. ich bin sicher, Ihr Tier ist Ihnen unendlich dankbar.
Vielleicht füttern Sie jetzt nicht mehr einmal am Tag eine große Mahlzeit.. eine Kleinigkeit am Morgen ist bekömmlicher..
Der Gassigang muß jetzt nicht mehr Stunden dauern.. dafür vielleicht einmal öfter kommen..
Das eine oder andere liebevolle Wort, ein bisschen zusätzliche Zuneigung tut Wunder..
Ich bin sicher Ihnen fällt noch mehr ein.. weil Sie Ihr Tier lieben und genau wissen was ihm gut tut!!!
Leider ist das nicht überall so.. Millionen Hunde werden behandelt wie seelenlose Kreaturen, die zwar gefüttert werden (im besten Fall).. aber sonst keine Aufmerksamkeit bekommen. Sie beschweren sich nicht.. sie machen ihrem Unmut nicht Luft.. sie verweigern ihren Dienst nicht, weil Sie zuviel verlangen.
Sie sind "fast" wie immer.. und Sie denken, es geht ihnen gut...was für ein Gedanke!
Eines liegt mir noch am Herzen... wenn der letzte Gang ansteht, habe ich schon öfter gehört "nein, ich kann das nicht", "das soll der Arzt alleine machen", "Ich KANN das nicht"....Halloooo? Es ist sch....egal ob Sie das "können", seien Sie verdammt nochmal traurig, schlafen Sie ein paar Nächte nicht, aber bleiben Sie gefälligst bei Ihrem Tier in seiner letzten Stunde... Sie sind es ihm schuldig!!! |