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Cklicker & Co
Was ist denn "Clickertraining"?
Tja.. ich hab gewusst, dass ich da mal ran muss. Muss aber zugeben, dass ich mich ein bisschen gedrückt habe.
Nicht weil das Thema so öde ist oder weil ich mich nicht damit befassen möchte ...nein weil es ein SEHR wichtiges Thema ist und man es sooo leicht falsch verstehen kann und ich einfach soooooooooo viel dazu zu sagen habe...
ich fang mal an...
Den Ursprung fand das "Clickertrainung" in den 60iger Jahren in den USA. Delphine wurden auf diese Weise trainiert, doch war es nicht möglich sie so zu händeln, wie es bei Hunden oder Katzen möglich ist. Also begann man mit dem was man heute "shaping" nennt.
Alles was in die gewünschte Richtig ging, wurde belohnt, auch wenn es am Anfang nur der Kopf war der aus dem Wasser ragte. Nachdem der Delphin sicher verstanden hatte, wofür er eigentlich belohnt wurde, konnte man mehr verlangen. So ging man wieder einen Schritt weiter und der Delphin musste mehr zeigen. Da er durch die fehlende Belohnung, das Kopf-Aus-Dem-Wasser-Strecken wurde nicht mehr belohnt!
Der Delphin, der irritiert war, suchte nach Möglichkeiten um an die ersehnte Belohnung zu gelangen und lernte durch Versuch und Irrtum.
Jetzt lag es am Trainer was bestärkt und was ignoriert wurde. Nach ein paar Übungen folgte dann der Sprung durch den Reifen---geschafft!
So ist es auch mit unseren Landtieren, das Clickern begrenzt sich nicht auf Hunde oder Katzen, ich trainiere auch mit meine Schafen und Ziegen!

Was ist denn ein "Clicker"?
Ein Clicker kann alles sein, was ein akustisches Signal von sich gibt.
Es gibt das sehr viele Einfallsreiche, die benutzen z.B. einen Kugelschreiber (klickt, wenn man auf die Mine drückt), eine kleine Box die klappert, eine Trillerpfeife usw. Es gibt unendlich viele Möglichkeiten.
Am einfachsten ist natürlich ein Clicker selber, da er den Ansprüchen gerecht wird und auch leicht verstaubar ist.
So sieht ein herkömmlicher Clicker aus:

Eigentlich ist der Clicker nichts anderes als ein Knackfrosch, den man aus Kindertagen kennt. Vielleicht ist es auch deshalb so genial.
Warum einen Knackfrosch benutzen… ich kann doch auch sagen was ich will?
Das können Sie auch...allerdings ist ihre Belohnung dann an Emotionen gebunden, denn man ist ja nicht immer gleich gut drauf. Oder wir sind gerade sehr gut drauf und der Hund bekommt ein viel freudigeres, gekreischtes "JAAAAAA!" als sonst. Selbst wenn Ihnen das bewusst gar nicht auffällt, der Hund merkt es.
Mit dem Clicker ist es sehr einfach auf die Sekunde genau zu bestätigen und zwar immer gleich!
Ob Sie gerade sauer sind, weil wieder mal ein Parkwächter 20,00EURO von Ihnen haben wollte, weil Sie Ihren Hund nicht an der Leine haben, oder ob Sie heute halt mal super drauf sind. Der Hund orientiert sich nur an dem Click und da gibt es für ihn keinen Unterschied der ihn irritieren könnte, weil er etwas anderes erwartet hat!
Aber das mit der Hundepfeife hat auch nicht geklappt, wieso sollte mein Hund auf so ein Ding hören?
Viele Menschen meinen, Sie kaufen eine Hundepfeife, eine lautlose, das ist spannender und der Hund muss jetzt darauf reagieren.
Das tut er in der Regel auch, schließlich platzt ihm fast das Trommelfell bei ersten "mal probieren"!
Er wird Sie auf jeden Fall entsetzt angucken oder sich umsehen wo dieser nervige Ton herkommt. Da die meisten zu diesem Zeitpunkt noch an der Pfeife herumstellen und natürlich munter weiterpfeifen, steht der Hund daneben (wenn er nicht schon geflüchtet ist) und ist wieder einmal ganz von den Socken mit was für Dingen sich Menschen beschäftigen!
Und damit ist der erste und evtl. der wichtigste Teil verpatzt!
Sie haben gepfiffen, Ihr Hund hat sie angeschaut und Sie haben nichts getan, sprich, Sie haben ihm nicht deutlich gemacht... dass das genau DAS ist was Sie von ihm erwarten.
Genauso ist es beim Clicker, im Idealfall bestärken Sie den Hund (Verbal oder mit Leckerlie oder einem Spielchen) genau in dem Moment wenn er Sie entsetzt anstarrt!
Da das zu 99% geschieht, müssen wir den Hund neu konditionieren.
Wir zeigen ihm, dass es sich lohnt wenn er auf dieses Geräusch reagiert.
Einen ganz wichtigen Unterschied gibt es noch zwischen Pfeife und Clicker!!
Während Sie die Pfeife benutzen um den Hund zum Herankommen zu bringen, benutzen Sie den Clicker NUR als Belohnung oder fürs versprechen einer Solchen! ***NIEMALS WIRD DER HUND MIT DEM CLICKER GELOCKT!!!***

Wie kann ich denn meinen Hund konditionieren?
Das ist nicht schwer, weder für Sie noch für den Hund, deshalb sollte man solche Sequenzen nicht zu oft machen.
Es würde Sie beide sehr schnell langweilen.
Setzten Sie sich in einer ruhigen Minute mit Ihrem Hund zusammen und zeigen Sie ihm, dass es für ihn etwas Angenehmes bedeutet, wenn dieses Geräusch erscheint.
Sie belohnen ihn mit einem Leckerlie. Allerdings nehmen Sie ein ganz kleines, denn Sie wollen Ihren Hund nicht Sattfüttern und er soll schnell wieder aufnahmebereit sein.
Also Schlucken und gut ist, weiter! Geben Sie die Leckerchen in schneller Folge, 1-2 Minuten hintereinander, nach jedem Click!
Jetzt wechseln Sie den Ort und probieren das gleiche noch mal. Das nennt man auch "generalisieren".
Wenn es nicht klappen sollte, warten Sie bis Ihr Hund hungriger ist.
Sollte es klappen und Sie schaffen es so interessant für Ihren Hund zu sein, dass ihn nichts anderes mehr interessiert, haben Sie schon halb gewonnen, für heute reicht es dann.
Wichtig ist, dass Sie vorher überlegen welchen Schritte Sie als ersten tun, welchen danach und danach. Sie müssen wissen was Sie tun wenn es nicht klappt und genauso was passiert wenn alles klappt!
Sie versuchen auch nicht Ihren Hund zu drängen, weder verbal noch von Innen heraus. Er hat soviel Zeit wie er braucht!
Zu Anfang ist es wichtig, dass Sie mit einigen kleinen Übungen anfangen, solche die dem Hund nicht schwer zu entlocken sind. Platz z.B. Dazu könnten Sie einen günstigen Moment abwarten in dem der Hund sich eh gerade hinlegt oder sie versuchen dieses Verhalten zu provozieren um es dann per Clicker zu trainieren.

Was kann ich denn mit dem Clicker üben?
Zunächst einmal, lässt sich sagen, dass Ihnen mit dem Clicker die Welt offen steht.
Sie können ihn bei der täglichen Ausbildungsarbeit nutzen oder auch einfach um Tricks zu lernen oder den Hund sinnvoll zu beschäftigen. Wenn Sie mal keine Zeit haben, ist das auch nicht schlimm, Ihr Hund wird sich aufs "nächste Mal" freuen!
Erstaunlich ist immer, wie schnell die Hunde begreifen.
Der Clicker ist nicht etwa eine Wunderwaffe, er bewirkt nur, dass wir die Gesetze des Lernens befolgen und mit positiver Bestärkung lernt es sich am besten!
Wenn der Hund gut konditioniert ist, ist es einfach ihn zu beschäftigen. Sie brauchen nur eine Schale Leckerlies, den Clicker und einen gemütlichen Sessel damit Sie gut sitzen und die Show genießen können, die Ihr Hund abziehen wird!
Das Schöne an dieser Art von Arbeit ist, dass die Fantasie keine Grenzen kennt!
Es gibt KEINE Strafen, zeigt der Hund nicht das gewünschte Verhalten, bekommt er keinen Click und somit keine Belohnung!
Ihre Aufgabe ist es eigentlich nur zu warten, bis der Hund sein Angebot durchgeackert hat und bestätigen ihn wenn er die Übung ausführt, die sie ausgewählt haben.(Für Fortgeschrittene)
Es ist wirklich erstaunlich, wenn man sieht was sein Vierbeiner so alles drauf hat wenn ER es für sinnvoll hält, es zu zeigen!! |